Egal ob ein Escape Room Anbieter einen neuen Raum baut, oder einen vorhanden umbaut, das Herzblut, welches notwendig ist, um gute Rätsel zu erstellen, ist enorm. Manch einer möge denken, das einen neuen Raum erstellen einfacher ist, als einen vorhanden auf zu peppen. Da liegt bereits der Fehler. Für einen komplett neuen Escape Room gibt es viele Punkte, die bedacht werden müssen, damit der Raum schlussendlich gut ankommt. Aber beleuchten wir das ganze mal der Reihe nach:

Die Geschichte 

Das A und O für jeden guten Raum ist eine ausgereifte Geschichte, welche die Teams in den Bann ziehen kann. Entwirft man eine eigene Geschichte, so sollte diese als Grundlage für sämtlich Handlungen, als auch Rätsel in dem Raum gelten.

Als Beispiel können wir hier ein fiktives Szenario hernehmen. Wir entscheiden uns für ein Unterwasser Szenario. Etwas das vielleicht in einem Uboot spielt, welches gestrandet ist und am Grund des Meers liegt. Sind die Teams in diesem Uboot gefangen? Müssen die Teams diese Uboot bergen? Schon allein diese zwei Fragen, stellen die Weichen für die zukünftigen Rätsel, als auch für die Innenausstattung.

Gehen wir also davon aus, dass wir in diesem Uboot gefangen sind. Wir müssen einen Weg finden wieder heil an die Oberfläche zu kommen, bevor uns die Luft ausgeht.

Oder haben wir am Grund des Ozeans doch einen riesigen Kraken aufgeweckt, der droht unser Uboot zu zerquetschen?

Auch hier entscheidet sich sehr früh, in welche Richtung die Geschichte gehen soll. Ob das ganze nun einen Rettungsmission wird, oder doch in die Horror Richtung geht? Wie würdet ihr entscheiden?

Es gibt sehr selten Räume, in welchen wirklich nur die Teams als Person angesprochen werden. In den meisten Fällen gibt es erfundene, oder historische Charakter, welche während der Quest etabliert werden und sei es nur der Oberschurke, welchen die Teams besiegen müssen.

 Charakter entwerfen

Hier kommt es auf die Geschichte an, welcher Charakter das Licht der Welt erblicken. Je mehr Hintergrundgeschichte die Charaktere bekommen, desto lebendiger werden sie für die Teams. Führt man zu viele Charakter ein, so läuft man Gefahr sich nicht mehr ordentlich Zeit zu nehmen, um die bereits vorhandenen Charakter ordentlich aufzubauen. Sprich mehr als 3, maximal 4 unterschiedliche Personen, sollten nicht vorkommen. Hier behält man den Überblick und kann die ein oder andere Story Überraschung einbauen. Im Übrigen sind gerade solche „Story-twists“ sehr beliebt und sorgen für zusätzliche Elemente, die den Spieler noch tiefer in die Geschichte tauchen lassen.

  

Als Beispiel: Der ursprünglich freundliche Gärtner, welcher euch die gesamte Quest hindurch geholfen hat, wird plötzlich zum Superbösewicht, der die Weltherrschaft an sich reißen möchte.  

Einrichtung und Rätsel

Nun haben wir unser Uboot in einem Horror Szenario, das tief unten im Meer spielt. Dementsprechend würden wir auch die Inneneinrichtung die eines Uboots anpassen. Stahl oder Metall an allen Ecken und Enden. Kleine Treppen oder Übergänge, die über dicke Rohre geführt werden. Hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt und manche Räume sind so beeindruckend und liebevoll ausgestattet, dass man sich als Spieler voll in der Geschichte verlieren kann.

Dennoch ist es nun wichtig, die geplanten Rätsel direkt in die Dekoration zu integrieren. So kann das komplette Cockpit des Ubootes ein 3-stufiges Rätsel sein, bei welchem man zuerst den Strom anstellen muss, die Maschinen neue startet und versucht den Kraken irgendwie los zu werden.

Beim Erstellen der Rätsel sollte die komplette Inneneinrichtung mit einbeziehen. Es macht wesentlich mehr Sinn, in diesem Uboot ein paar Knöpfe zu drücken und Hebel zu ziehen, als ein pinkes Stoffeinhorn auf den Stuhl des Kapitäns zu setzten. Klar, es hört sich lustig an, würde aber der Atmosphäre ein jähes Ende bereiten.

 Atmosphäre 

Diese geht Hand in Hand mit der Dekoration und kann zusätzlich durch Töne, Hintergrundgeräusche, Licht oder Lichteffekte, sehr viele dazu beitragen, dass Teams in die Geschichte eintauchen können. Wenn man einmal genau aufpasst, bekommt man mit, dass es niemals richtig still ist. Selbst zuhause summt vielleicht leise der Kühlschrank aus der Küche, oder man hat ein wenig Autolärm von der Straße vor dem Haus. Solche kleinen Details hören sich nicht so wichtig an, tragen aber viel zur Atmosphäre bei und sollten in keinem guten Escape Room fehlen.

Da es noch viele weitere Überlegungen anzustellen gilt, bevor der neue Raum überhaupt gebaut wird, setzten wir hier einen Strich und fragen euch stattdessen:

Welches Szenario würdet ihr gerne in einem Escape Room erleben?